Tischtennis wird 1874 erstmals schriftlich in England erwähnt. Zu Beginn
wurde Tischtennis im Freien gespielt. Man
verwendete einen Gummiball mit Flanellüberzug oder auch eine Kugel aus Kork.
Schmetterbälle waren früher verboten, wegen der Verletzungsgefahr für den
Gegner. Wegen des englischen Regenwetters verlegte man das Spiel dann in die
Wohnung und benutzte dabei normale Esstische; eine Schnur diente als
„Netz“. Erst 1891 brachte James Gibb von einer Geschäftsreise aus den USA
bunte Zelluloid-Bälle mit.
In Deutschland wurde 1899 die
1. Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft
gegründet, aus der später der Fußball-Bundesligist Tennis Borussia Berlin
hervor ging. Im Kasino am Nollendorff-Platz in Berlin wurde 1907 die erste
deutsche Einzel-Meisterschaft gespielt. Im
Jahr 1925 erfolgte die Gründung des Deutschen Tischtennisbundes DTTB,
dem heute etwa 10.000 Vereine mit ca. 700.000 Mitgliedern
angehören. In der Saison 2009/2010 nahmen 49.255 Mannschaften am
Spielbetrieb teil. Der Kieler TTK Grün-Weiß wurde
1933 erster deutscher Mannschafts-meister der Herren. Die deutsche
Bundesliga für Herren wurde 1966/67 gegründet; die Damen folgten 1972/73. Ab
1988 wurde Tischtennis offiziell zur olympischen Sportart.
Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Spielern in Deutschland gehören
Konny Freundorfer (9x deutscher
Einzelmeister), Eberhard Schöler (9x Deutscher Einzelmeister,
Vize-Weltmeister 1969), Wilfried Lieck (4x Deutscher Einzelmeister), Jörg
Roßkopf (8x Deutscher Einzelmeister, Europa-Einzelmeister 1992,
Doppel-Weltmeister 1989 mit Steffen Fetzner, olympische Silbermedaille im
Doppel 1992, Bronzemedaille Im Einzel 1996) und natürlich heute Timo Boll
(bisher 9x Deutscher Einzelmeister, 4x Europameister und
Doppel-Vize-Weltmeister 2005 mit Christian Süß).
Bei den Damen erinnert man sich an Agnes Simon (3x Deutsche Einzelmeisterin,
Einzel-Europameisterin 1962), Edit
Wetzel (3x Deutsche Einzelmeisterin), Wiebke Hendriksen (3x Deutsche
Einzelmeisterin, Europameisterin im Mixed 1978 mit Wilfried Lieck) und
Nicole Struse(9x Deutsche Einzelmeisterin, Europa-Einzelmeisterin 1996,
Europameisterin im Doppel 1998 mit Elke Schall).
Ø>>> Bei
den ersten Tischtennis-Weltmeisterschaften 1926 standen die Ungarn
Roland Jacobi und Zoltan Mechlovits im Endspiel. Jacobi spielte in
langen Bügelfaltenhosen und weißem Hemd. Man überredete ihn, wenigstens
die Fliege abzulegen – und er war nach dem 3:0-Sieg der erste
Tischtennisweltmeister.
Ø>>> Bei
der Weltmeisterschaft in Prag 1936 „kämpften“ Alex Ehrlich (Polen) und
Farkas Paneth (Rumänien) 2 Stunden und
12 Minuten um einen einzigen Punkt. Im gleichen Turnier wurde die
Begegnung zwischen
Michel Haguenauer (Frankreich) und Vasile Goldberger-Marin (Rumänien)
nach 7,5 Stunden beim Stande von 5:3 im 5. Satz durch die Turnierleitung
abgebrochen.
Ø >>> Das
längste Mannschaftsspiel wurde 1936 in Prag ausgetragen. Das Finale um
den Swaythling-Cup zwischen Österreich und Rumänien begann am Sonntag,
dem 15. März (11 Uhr) und endete am folgenden Mittwoch. Am Ende gewann
Österreich.
>>> Die Verringerung auf 11
Gewinnpunkte je Satz sollte die Satzdauer erheblich verkürzen.
Bisheriger Rekord (2011) nach dieser Regelung ein Satz in der 1.
Kreisklasse Lüdenscheid mit 81:79 von Dieter Rechenberg (TS Evingsen)
gegen Christian Mattka (StR Altena 2). Das Spiel gewann Dieter
Rechenberg (TS Evingsen) mit 3:2 Sätzen!
